29. Januar 2011

Warm und klar

Vorgestern, am Freitag, begleitete mich eine sehr sympathische Journalistin durch den Tag. Sie arbeitet an einem Feature zum Thema Grundeinkommen für den Deutschlandfunk.
Wir waren zusammen in unserem kleinen, Kindergarten,



sind gemeinsam zur Mole in Greifswald spaziert



und haben dann ein Gespräch aufgezeichnet.
Im Gespräch wurde mir klar, dass viele Entwicklungen in unserem Land nicht geschehen , weil dann Arbeiten tatsächlich erledigt wären. Der Arbeitende macht sich, wenn er seine Arbeit wirklich tut, manchmal letztendlich überflüssig. Der Kranke ist gesund, der Sozialfall integriert, der Arbeiter selbstständig, womöglich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen und ohne weiteren, ehrenwerten Lohnkampf der Gewerkschaften....
Mit einem Grundeinkommen könnte sich jede und jeder , wenn die Arbeit getan ist, leichter und entspannter einer neuen, wirklichen Aufgabe zuwenden, anstatt ängstlich darauf zu achten nicht überflüssig, nicht arbeitslos,und damit nicht einkommenslos, zu werden.
Im April/ Mai wird dann das Feature gesendet werden.
Ich bedanke mich für den schönen gemeinsamen Tag und einen Journalismus mit Raum, Zeit, Interesse und Wärme.

19. Januar 2011

Wider den heiklen Verstrebungen...

Je wackliger unser System wird, desto mehr muss es gestützt werden:

"Anstatt immer heiklere Verstrebungen in das Gerüst zu ziehen, das unseren sonderbaren Sozialstaat trägt, der nun auch noch darüber befinden soll, ob ein Kind Nachhilfe erhält und Gitarrenunterricht, wäre es hohe Zeit, den Sozialstaat als solchen vom Kopf auf die Füße zu stellen. Es gibt eine Lösung. Die Politik muss die Kraft aufbringen, sie zu wählen: das Grundeinkommen."
07.01.2011 17:00 | Jakob Augstein /Meins oder Deins/ Der Freitag

Auch in meiner kleinen Tagesmutterwelt treibt der Wahnsinn Blüten:



Für "bedürftige" Eltern, bei uns sind und waren das bislang immer Hartz 4 Empfänger, zahlte das Jugendamt bislang eine Verpflegungskostenzuschuss von 25,00 € pro Monat.
Diese Unterstützung musste ungefähr einmal im Jahr von den Eltern beantragt werden und dann wurde diese Verpflegungspauschale monatlich an unseren kleinen Kindergarten, in dem wir ja selbst und biologisch kochen, überwiesen. Damit konnten wir leben.
Nun muss ich als Tagesmutter diesen Zuschuss monatlich anfordern und genau nach Anwesenheit des Kindes abrechnen. Wieviel bei uns ein Mittagessen kosten darf muss ich nun ebenfalls beim Amt genehmigen lassen.
Wenn ich nun schon gekocht habe und das Kind, warum auch immer, nicht mit isst, muss ich dieses nicht gegessene , aber gekochte Essen, den Eltern, die womöglich Ihr Kind nicht rechtzeitig abgemeldet haben, in Rechnung stellen. In diesem Fall zahlt das Amt den bedürftigen Eltern nichts. Abmelden vergessen kostet. Und wenn mir das alles zu blöd ist, kostet es eben mich. Verwaltungskorrekt und Lebensdämlich.
Es lenkt den Fokus statt auf das gemeinsame Essen, das Kochen, die Nahrungsmittel, unser Miteinander nun auf die Abrechnung und Verwaltung des ganzen Vorgangs. Der Fokus geht vom eigentlichen Inhalt , immer mehr zur Form und Verwaltung des Tuns.

Mit der alten Pauschale konnten wir leben. Als Nebeneffekt dieser Neuerung ensteht eine Anwesenheitsliste der Hartz 4 Empfängerkinder. Das möchte ich nicht tun.
Diese neue Maßnahme wird als Vereinfachung und korrekte Abrechnungsform von Steuergeldern gelobt. Wir Betroffenen schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und korrekt ist es auch nicht denn eigentlich kostet ja auch das Essen täglich unterschiedlich......
und Puddingtöpfe ausschlecken ist sowieso unbezahlbar...

Auch hier hilft in meinen Augen das Grundeinkommen. Keine besonders bedürftigen Eltern keine besonders bedürftigen Kinder und eine Haufen unverständlicher Richtlinien und Verordnungen weniger...
Zu diesem Thema passt auch sehr gut der Vortrag von Gerald Hüther, besonders ab 5:50 wie ich finde.
Liebe Grüße, Susanne

14. Januar 2011

"Bürobericht" und vielen Dank!

Ich danke Euch herzlich!
Auf meinem Spendenkonto habe ich 220€ vorgefunden.
Verschiedene Beträge von verschiedenen Menschen.
Dieses Geld hilft mir sehr.
Vielen Dank für Eure Hilfe und Unterstützung.

Nach der Sendung beim MDR letzte Woche, bekomme ich recht viele Zuschauermails. Fragen:"Wie kann ich mithelfen". Anregungen: " Dieser Aspekt ist mir wichtig,....". "Bitte um Kontaktaufnahme", da manche ja keinen Computer haben.....
Vielen Dank für Eure Nachrichten.
Mein kleines Grundeinkommensbüro wächst mir etwas über den Kopf und ich bitte um Geduld. Ich antworte , aber es kann ein Weilchen dauern.

Letzte Woche flatterte mir ein Brief eines älteren Herrn ins Haus, der sogar die Uni Greifswald bemühte um meine Adresse ausfindig zu machen. Sein erster Brief sei nämlich zurückgekommen:

Ein Unimitarbeiter rief mich tatsächlich an und bat mich meine korrekte Adresse dem Herrn zu senden. Das tat ich. Beim Zweiten Anlauf hat es geklappt und ich bedanke mich für Worte, Bilder und solidarische 30 €.
Herzlichen Dank nach Erfurt.

Heute Nachmittag bin ich nach Gottin eingeladen: Gutshaus Gottin/ 17168 Gottin/039976-50251

"...Wie kann Kommunalpolitik frauenspezifische Interessen besser unterstützen? Dazu sind erfahrene Kommunalpolitikerinnen eingeladen. Darüber hinaus werden wir das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens mit der Initiatorin der Petition an den Bundestag, Frau Susanne Wiest aus Greifswald, diskutieren. Hauptziel des Seminars ist es, (weiter) individuelle Lebensträume in realisierbare persönliche Konzepte zu überführen..."
Liebe Grüße, Susanne

10. Januar 2011

"Zeige Deine Wunde"




Fotos:Thomas Tack

Heute bin ich vor der Arbeit noch schnell in den Supermarkt einen Beutel Biomöhren kaufen, da rief mir die Bäckereiverkäuferin quer durch den Laden zu:
"Na, wieder zuhause?". Ich war sehr erstaunt über diese Begrüßung und da es früh am Morgen war hat es ein Weilchen gedauert bis bei mir der Groschen fiel:" Ach,--- Sie haben mich im Fernsehen gesehen?"

Wir sind ins Gespräch gekommen über die Lieblingssendungen der Dame, "Unter Uns" gehört ganz klar dazu, und über das Grundeinkommen. Ich war in Morgeneile und wir haben uns für einen anderen Tag auf ein kurzes Gespräch über das bedingungslose Grundeinkommen verabredet. Bein nächsten Einkauf eben....
Ich erhalte viele Mails von interessierten Menschen, die durch die Sendung erstmals auf das Thema Grundeinkommen aufmerksam geworden sind und nun fragen, wie kann ich mitarbeiten?
Die Sendung "Unter Uns" hat mich sehr berührt. Anfangs war ich ja skeptisch ob das Thema Grundeinkommen in dieses vermeintliche Boulevardformat passt. In Weimar waren wirkliche Menschen, berührende Lebensgeschichten und Erlebnisse,offen, frei und mit Mut uns andern gezeigt und erzählt.
Nichts war Boulevard, es war menschlich.
Ich danke für die Begegnungen in Weimar.

5. Januar 2011

"Wir können Grundeinkommen"

Ich wünsche Euch allen ein glückliches und frohes neues Jahr.

Weihnachten war bei uns sehr besonders in diesem Jahr. Wir machten uns, wie jedes Jahr, auf den Weg nach Bayern um mit der Familie zu feiern.
Diesmal endete unsere Bahnfahrt am Heiligabend um 5.00 Uhr morgens, 30 km hinter Greifswald, wo wir dann über 6 Stunden eingeschneit und eingeweht festsaßen und zu guter Letzt nach Greifswald zurückgerettet wurden....


Weihnachten pur. Alles komplett anders als geplant und doch voller Segen und Glück durch das Miteinander und die Hilfsbereitschaft anderer Menschen.

Distanziertheit? Egoismus? Ellebogengesellschaft? Sicher mag es das geben, doch haben wir Anderes erlebt.

Nähe, Zusammenrücken, Hilfsbereitschaft, Teilen, Mut, kreative Problemlösungen und wunderbare Gespräche.
Herzlichen Dank für diese Weihnacht.
Solche und andere Erlebnisse in meinem Leben festigen in mir die Überzeugung dass wir" Grundeinkommen können".
Ich arbeite seit Montag wieder. Am Freitag fahre ich gemeinsam mit meinem Mann nach Weimar. Am Abend bin ich dort in die Livesendung des MDR "Unter Uns" eingeladen.
Ich war mir wirklich unsicher ob ich das machen will. Ob das Thema Grundeinkommen in dieses Format passt. Ich habe mich entschlossen es auszuprobieren....
Liebe Grüße, Susanne