Geht das?
Diese Frage bewegt mich gerade. Sie wühlt mich sehr auf. Ich habe Sie noch nicht beantwortet.
Viele Ziele und Arbeitsweisen der Piratenpartei gefallen mir. Sie entsprechen meiner Vorstellung von Demokratie. Viele Tools ( Internetwerkzeuge), die die Mitglieder der Piratenpartei erarbeiten und/oder nutzen finde ich großartig. Sie ermöglichen eine ganz neue Form der Bürgerbeteiligung.
Und doch fühlt es sich an wie Partei und das finde ich unangenehm.
Wenn ich nicht sehr darauf achte wie ich mich verhalte, richtet sich mein Fokus nach innen.
Arbeit in der Partei, Rechtfertigung innerhalb der Partei, Hoffnungen auf die Partei, Kritik an der Partei,....
Die Partei wird zum geschlossenen Block der durch die Gesellschaft stampft. Eine Machtmasse durch Schulterschluss mit permanentem Abklopfen, ob noch alle dabei sind.
Nach dem Beschluss zum Grundeinkommen, der mit 2/3 Mehrheit angenommen wurde, gab es dann auch eine vielbeachtete und hochgelobte Mahnung und Aufgabenstellung, man müsse nun auch das überstimmte Drittel wieder mitnehmen und sich besonders um Dialog bemühen.
Diesen besonderen Fokus auf die eigenen Reihen verstehe ich nicht. Ich kann doch auch sagen: Ich respektiere und schätze Eure Meinung. Vielfalt ist eine Bereicherung.
Geht dann noch die alte Form Partei?
Auch gehört: "wie vermitteln wir diesen Beschluss nun den Menschen". Den Menschen draußen ?
Darum gefällt mir "Partei" nicht besonders, darum mein Impuls in viele Parteien gleichzeitig einzutreten und die Grenzen mit aufzulösen.
Sind die Piraten eine Partei, die das Parteien- und Blockschema rot, gelb, grün, schwarz,...mit auflösen kann, oder kommt nun einfach die frische Farbe orange hinzu?
Ich arbeite mit, bin aufgenommen in die einzige Partei meiner Vorauswahl die Doppelmitgliedschaft zulässt. Meine Lernaufgabe ist, mich von Partei an sich nicht blenden und beeinflussen zu lassen.
Ich möchte den Bereich "Partei" unseres gesellschaftlichen Lebens aber auch nicht meiden und aussparen.
Ich bemühe mich, genau wie sonst auch, um freies Denken und Handeln.
Eine Parteimeinung wirklich zuvertreten hinter der ich nicht stehe, ist mir unmöglich. Beschluss hin, Beschluss her. Ich möchte auch niemand anderen zu persönlichen Verbiegungen bewegen.
Geht dann die Form Partei noch?
Über die Aufmerksamkeit die das Grundeinkommen erhalten hat, weil sich 756 Bürger in einer Partei dafür ausgesprochen haben, freue ich mich und staune gewaltig.
52973 unverbundene Bürger, die sich offen für Einführung des Grundeinkommens ausgesprochen haben werden anders wahrgenommen.
Was ist Partei? Welche Rolle spielt die Presse?
Viele offene Fragen...
Ich lerne am Besten beim Tun.
Herzlich, Susanne
Ein schöner Beitrag :)
AntwortenLöschen"Vielfalt ist eine Bereicherung"
und "Grenzen auflösen" sind schöne Stichworte
Susanne! Ich kann dein Grübeln genau nachvollziehen. Seit dem BGE-Beschluss liegt der Piratenpartei-Antrag vor mir und auch ich frage mich, ob eine Parteimitgliedschaft das Richtige für mich ist.
AntwortenLöschenAber ich glaube, so lange du weiterhin so aufgeschlossen bist und versuchst auch weiterhin die anderen Parteien mit an Bord zu holen, machst du mit einer Mitgliedschaft nichts falsch. Die Piraten ziehen noch unvorbelastet in die Parlamente ein. Keine alten Grabenkämpfe, keine persönlichen Feindschaften. Das erscheint mir wie die perfekte Plattform für so eine frische Idee wie das BGE!
Mach genauso weiter und vergiss nie die Anderen! Viele Grüße, Micha
das BGE ist sozial nicht ausgewogen, wenn dadurch verbrauchersteuern erhöt werden. wer es sich richten kann, entkommt den steueren. wer nicht, muss sie bezahlen. und wenn das BGE einkommensorientiert ist, dann kann wieder der, der es sich richten kann, seine einkommensteuer mit neuen firmen auf null setzen und die armen müssen das bezahlen.
AntwortenLöschendies bedeutet, es gibt mehr steuerflucht der reichen und die armen müssen sich ihr BGE selbst finanzieren !
Liebe Susanne,
AntwortenLöschenja das ist eine wichtige Frage! Vielleicht hilft dir da ein Text von Rudolf Steiner weiter, der für eine Gesundung des sozialen Organismus als Voraussetzung die Abschaffung von Parteien fordert. Ich bin zwar kein bekennender Anthroposoph, aber seine Worte klingen aktueller denn je! Hier ein Auszug aus:
Rudolf Steiner 1962: Zur Dreigliederung des sozialen Organismus.
Gesammelte Aufsätze 1919 – 1921. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart
„Es liegen die Verhältnisse heute so, daß erst dann eine Gesundung des öffentlichen
Lebens eintreten kann, wenn von einer genügend großen Anzahl von Menschen die
wahren sozialen, politisch-rechtlichen und geistigen Forderungen der Gegenwart
durchschaut werden. Von Menschen, die den guten Willen und die Kraft haben, anderen
das auf diesem Felde notwendige Verständnis zu vermitteln. Aber die Dinge stehen auch
so, daß die noch vorhandenen Hemmnisse für diese Gesundung verschwinden werden in
dem Maße, als sich die hier charakterisierte Einsicht verbreitet. Denn es ist nur ein
politisch-sozialer Aberglaube, daß diese Hemmnisse objektiver, außerhalb der
menschlichen Einsicht liegender Wesenheit sind. Das behaupten nur diejenigen, die
niemals begreifen, welches das wirkliche Verhältnis von Idee und Praxis ist. Solche
Menschen sagen: die Idealisten haben ja wohl gute oder gutgemeinte Ideen; aber, <> zusammengeschlossen sind, und
denen sie gehorsam folgen. Daher ist eine Grundbedingung der Gesundung die Auflösung
dieser Parteigruppierungen und die Hebung des Verständnisses für Ideenbildungen, die
aus der praktischen Einsicht selbst herauswachsen ohne allen Zusammenhang mit Partei und Gruppenmeinungen von ehemals. Es ist eine brennende Frage der Gegenwart, daß
Mittel und Wege gefunden werden, an die Stelle der Parteimeinungen diese unabhängigen Ideenbildungen zu setzen, die Kristallisationskerne abgeben können für den
Zusammenschluß von Menschen von allen Parteiseiten her. Von solchen Menschen, die in der Lage sind, zu erkennen, daß die bestehenden Parteien sich überlebt haben, und daß die sozialen Zustände der Gegenwart ein vollgültiger Beweis für diese Überlebtheit sind.
Es ist begreiflich, daß den Menschen, denen diese Erkenntnis nottut, sie nicht leicht wird. Den Massen nicht, weil deren Angehörige nicht Zeit und Muße und oftmals nicht die Vorschulung haben, die erforderlich sind. Den Führern nicht, weil ihre Vorurteile und ihre Macht in dem wurzeln, was sie bisher vertreten haben. Daß dieses beides besteht, macht
die Verpflichtung nur um so dringlicher, über die Parteitraditionen der Gegenwart hinaus, nicht innerhalb derselben, den wahren Fortschritt der Menschheit zu suchen. Es genügt heute nicht, bloß zu wissen, was an die Stelle des Bisherigen an Einrichtungen treten soll; es ist notwendig, daran zu arbeiten, die neuen Ideenbildungen in eine solche Richtung zu
bringen, daß sie die Auflösung des alten Parteiwesens so schnell als möglich bewirken
und zum Streben der Menschen nach neuen Zielen führen. Wer dazu nicht den Mut hat,
der kann nichts beitragen zur Gesundung des sozialen Lebens; und wer den Aberglauben
hat, solches Streben sei eine Utopie, der baut auf einen Boden, der im Einsinken ist“
(Seite 46, Hervorheb. im Original).
Liebe Grüße
Matthias
Grundeinkommenbüro Bielefeld
matthiasmunko@gmx.de
jetzt beziehen arme menschen beihilfen, alleinstehende mütter zuschüsse, usw.
AntwortenLöschenwenn dies mit dem BGE ersetzt wird, wäre es ja kein problem.
aber wenn dann miete, heizkosten, lebensmittel und windeln, etc. wesentlich mehr kosten, wegen der doppelten verbrauchersteuer, dann ist das ein problem für die armen menschen.
auch die erhöten treibstoffpreise werden den kunden auf geschlagen.
in österreich kann man mit € 800,-- / monat überleben. pro kind noch € 300,-- / monat. ich habe errechnet: mit erhöter verbrauchersteuer müsste das BGE betragen: € 1.000,-- und für kinder € 500,-- ! und wir sind wieder genau am anfang, wo wir jetzt schon sind.
AntwortenLöschennur mit der gefahr der steuerflüchtlinge.
in österreich beträgt der steuersatz 20 % , in der tschechei 19 % und ist egal. wenn wir einen steuersatz von 40-50 % bekommen, dann kaufe ich hier nicht mehr ein, sondern im benachbarten ausland und verbringe im ausland gleichzeitig einen billigen wellnessurlaub !
und das sagt einmal einer alleinestehenden mutter mit drei kinder, die sich dann nicht einmal den benzin bis dort hin, zum einkaufen leisten kann !!!
Hallo Susanne,
AntwortenLöschenich befasse mich schon laenger mit den “Piraten“ und ueberlege auch staendig, ob ich ihnen beitreten soll...Sie gefallen mir, weil sie jung, transparent und unverbraucht sind...noch... Nun stimmen sie auch noch dem BGE zu, einem weiteren Thema, das mich noch laenger fasziniert.
Eine Loesung habe ich noch nicht.
M@rk
das BGE ist eine super idee und ich trete auch dafür ein.
AntwortenLöschenaber dafür müssten alle förderungssystheme, steuersystheme und pensionssystheme zumindest in europa gleichzeitig geändert werden.
weiteres müssten die längerverfassungen und die eu-verfassung geändert werden, damit das funktioniert !
Ich mag den Begriff Parteien oder die Vorstellungen die ich damit verbinde auch nicht. Sie wirken alt, verstaubt, und sind es whrscheinlich auch. Was wir bräuchten sind nicht Menschen, die uns regieren und sich dabei unheimlich wichtig vorkommen, sondern Menschen die uns informieren, beteiligen und in unserem Sinne das Land verwalten. Dazu sind Parteine nicht wirklich notwendig, wie ich meine. Sie schaffen doch eher Spaltung zwischen den Menschen, als sie zu vereinen und das will doch keiner mehr, es kann ja auch nicht gut sein. Ich mochte zu diesem Thema (echte Demokratie) immer ein Zitat von Bertrand Russell: "Our great democracies still tend to think that a stupid man is more likely to be honest than a clever man." Ich verstehe das so, dass die, die an der Macht sind, die Meinung der "einfachen" Leute nur deswegen fürchten, weil sie glauben, dass dumme Leute eher die Wahrheit sagen, als Schlaue, was sowohl eine Frechheit, als auch falsch ist...
AntwortenLöschenDanke für den Beitrag,
Anique
ich denke, die umstellung zum BGE betrifft folgendes problem:
AntwortenLöschenes müssten langfristig zu gesagte förderverträge und auch pensionsverträge rechtlich gewandelt und aders um gesetzt werden.
und dies bedarf der zustimmung aller vertragspartner.
dazu gäbe es gleichzeitig einen entfall von beamtenpersonal, die dann überflüssig sind.
und genau dies, wird nicht um zu setzen sein.
Das BGE wird kommen! Da bin ich ganz optimistisch! Und Du, Susanne wirst einen nicht geringen Anteil daran haben! Danke!
AntwortenLöschenWie Ihr alle über Parteien denkt ist erschreckend! Ich bin 27, seit 11 Jahren bei den Grünen und ich hab nie eine (Partei-)meinung vertreten, die nicht meiner eigenen entspricht. Parteien sind zur Meinungsbildung dar, d.h. sie sollen vorhandene Diskussionen anstoßen und einen Ort für Argumentensammlung bilden. Ich weiß nicht wie es bei anderen Parteien ist, aber bei den Grünen funktioniert das ganz gut. Ich bin für ein BGE und das habe ich auch immer als Landtags- und Bundestagskandidat gesagt, auch wenn es nicht dem Parteibeschluss enstpricht (abgesehen von BaWü und Schleswig Holstein). In den Parlamenten sitzen Menschen, Volksvertreter und keine Parteidelegierten. Kandidaten werden von der Basis vor Ort aufgestellt. Und wenn die das gut findet was ich erzähle, stellen die mich als Kandidaten auf, unabhängig davon was Bundesposition ist. Das ist Basisdemokratie, das ist Subisdiarität und Föderalismus, das ist der Wettbewerb der besten Ideen!!! In der Tradition vom Bündnis90....
AntwortenLöschenHallo,
AntwortenLöschenmir geht es momentan ähnlich. Auch ich überlege, was ich mit den Piraten anfangen kann.
Was Neues im Parteien-Einerlei haben die Piraten schon. Deshalb auch das gesellschaftliche Interesse. Man kann über die Mailinglisten und Foren Einblick in die Parteiarbeit erhalten und um die Ecke ist auch schon der Stammtisch der Piraten, bei denen man als "Normalbürger" ;-), also nicht Parteimitglied, mitreden und mitmachen kann.
Die Piraten haben das, was die Zukunft der BürgerInnen-Beteiligung an gesellschaftlichen Entscheidungen ausmacht, im Portefeuille: die Vernetztheit über das Internet die schnelle Online-Kommunikation, die zügige Aufgabenbewältigung. Das, was die Piraten verkörpern ist, aber nicht das Ziel der Realisierung des mündigen Bürgers. Dies geschieht erst in dem Moment, wo die Bürgerinnen und Bürger direkt entscheiden, nicht zuletzt online, über alle Belange ihres täglichen Lebens. Angefangen von den Aufgaben vor Ort, bis zu den großen bundesweit anstehenden Entscheidungen. Das Ziel ist die individuelle Entscheidungmöglichkeit für jeden Menschen über die Belange seines Lebens. Auch über einen Teil seiner Steuerausgaben wird er letztlich selbst entscheiden. Dahingehend werden zunehmend Forderungen laut. Spätestens nach dem unseligen Ergebnis bei Stuttgart21. Die Meinungsbildung mittels Zugehörigkeit in der Horde ist out und wird doch nur deshalb noch versucht, weil dies die Methode des alten Systems war, Gesellschaft zu gestalten. Und das alte System zuckt noch ein bisschen. - Wir sind mitten in einer Übergangsphase!
Mit Grüßen
Hallo,
AntwortenLöschendie Piraten erhalten deshalb so viel Aufmerksamkeit, weil diese 9 Prozent in Berlin holten und bei Umfragen bundesweit bei 7 Prozent liegen. Wenn das so weiter geht, ziehen die Piraten demnächst in sämtliche Parlamente ein. Die Piraten werden es sein, die das BGE in die Parlamente tragen. Die anderen Parteien müssen sich nun dafür oder dagegen positionieren. Das BGE wird nun ein Thema in den Parlamenten und damit bundesweit bekannt. Deine Petition war ein Auftakt. Aber eine Petition ist eben nur eine Bitte. Der Wähler kommt bei einer Petition als Bittsteller. Tritt der Wähler in Parteien auf und dann in den Parlamenten, tritt der Wähler auf als jemand der Macht hat. Deshalb reagiert die Öffentlichkeit nun so sehr darauf. Es ist nicht mehr nur Gedankenspielerei, es ist der Griff nach der Macht und der konkreten Veränderung. Ich wähle die Piraten, auch wenn ich deren Drogenpolitik und deren Trennung von Religion und Staat nicht mag. Aber das BGE ist mir einfach zu wichtig. Und ich möchte, dass das BGE endlich in den Parlamenten ankommt.
Gruß Alex
ja, liebe Susanne, das geht nicht Dir alleine so! Vielleicht sollten neue Gesetze kuenftig regional uebers Internet oder per pers. Brief abgestimmt werden, nach Besprechungen in Buergerversammlungen? H.G., J.
AntwortenLöschenHey Susanne,
AntwortenLöschen"Auch gehört: "wie vermitteln wir diesen Beschluss nun den Menschen". Den Menschen draußen ? "
Diesen Satz hab ich im Mumble von mir gegeben, und du hast ihn denke ich falsch verstanden.
Was ich mit diesem "draußen" gemeint habe ist, dass die Medien nicht richtig über unseren PA284 berichten, und somit die Bürger ein falsches Bild über unsere Forderungen bekommen. Wir haben nicht einfach ein BGE beschlossen, sondern eine Enquetekommission im Bundestag mit anschliessendem Volksentscheid. In wievielen Berichten wurde das erwähnt? in denen die ich gelesen hatte wurde es nicht mal ansatzweise erwähnt. Die Parteiinternen Bürger wissen was wir wirklich abgestimmt haben, die "draussen" aber nicht. und nur das habe ich kritisiert, und wollte ich zur sprache bringen. Ich habe auch so ein bisschen das Gefühl, dass du Angst vor Parteien hast, was ich auch ein wenig nachvollziehen kann, aber spätestens bei der Piratenpartei sollte man nicht mehr pauschale Ängste in sich brodeln lassen. Denn gerade hier ist Vielfalt Programm.
LG Bene
Ich lese sehr gerne Eure Gedanken, Aussagen, Matthias hilfreichen Text und Benes Klarstellung. Herzlichen Dank, Susanne
AntwortenLöschenIch verstehe die Bedenken was die Parteien betrifft. Aber ich bin nicht der Meinung dass ein Staat ohne Parteien möglich ist.
AntwortenLöschenAlle die ständig von direkter Demokratie träumen sollten sich mal vor Augen halten, oder besser noch, versuchen in einer Gruppe von 20 Leuten jedem seine Meinung zu lassen und dann zu einem Ergebnis zu kommen. Das geht nicht, denn die persönlichen Ansichten und Betroffenheiten sind einfach zu unterschiedlich und deshalb wird es immer "Gewinner" und "Verlierer" geben müssen. Dass Wesen der Demokratie ist nun mal der Mehrheitsbeschluss. Deshalb bleibt nichts anderes übrig als sich in parteien zu organisieren, für Mehrheiten zu kämpfen, wobei die Parteien untereinander wiederum um Mehrheiten der Wähler kämpfen müssen um die in der innerparteilichen Diskussionen erarbeiteten Erkenntnisse umsetzen zu können.
Zum Grundeinkommen, dessen Verfechter ich bin ist zu sagen, dass die Finanzierung über Verbrauchssteuern der falsche Weg ist. Ganz klar, dass die Menschen mit niedrigem Einkommen proportional mehr zur Finanzierung beitragen als Reiche, da sie fast ihr ganzes Einkommen verbrauchen müssen. Deshalb haben wir ein eigenes Modell erarbeitet, dass sich über die Einkommenssteuer finanziert, denn nur so ist sicher gestellt, dass sich wirklich alle entsprechend ihres Einkommens daran beteiligen müssen.
Wer sich dafür interessiert, dem ist unter dem Link www.sge.iivs.de die Möglichkeit dazu gegeben. Übrigens wird dieses Modell derzeit auch in der Piratenpartei diskutiert.
LG Karl-Heinz
Parteien vertreten Interessen.
AntwortenLöschenParteien braucht es so lange, wie wir unsere Interessen nicht selbst vertreten.
Auch in einer direkten Demokratie braucht es Parteien, allerdings wird ihre Rolle relativiert, weil sich jede Bürgerin direkt am Entscheidungsprozess beteiligen kann.
Das Konzept der Liquid Democracy überzeugt mich. Hier kann ich bei jeder einzelnen Entscheidung bestimmen, ob ich selbst abstimme oder meine Stimme an jemanden delegiere (z.B. eine Partei), den ich in Bezug auf diese Entscheidung für kompetenter als mich halte.
Liebe Susanne Wiest,
AntwortenLöschenich kann all deinen Gedanken folgen, und sie zum großen Teil auch nachvollziehen. Ich für mich hab gemerkt, das ich von aussen manchmal mehr erreichen kann, als von innen. Und ich bin sehr gespannt, ob die Piratenpartei mehr bewegen kann, also flexibel bleibt. Als ich in der SPD aktiv war, hab ich die Grünen mit aufgebaut. Nach dem Jugoslavienkrieg, hab ich mich von beiden Distanziert. Harz4 war eine Sauerei. Und doch konnte ich mich für Kretschmann in BaWü wieder für die Grünen einsetzen. Vielleicht ist es auch schon ein Fortschritt, das die Parteien um ihre Macht bangen müssen. Zu lange war stillstand, und zu undurchsichtig die Einflussnahme der Konzerne. Mich stört nicht nur die Verlogenheit einiger oder vieler, mich stört auch, die Machtgeilheit. Aber vorallem finde ich es wiederlich, das wir von Rafgierigen Wesen regiert werden, die nicht genug in die eigene Tasche scheffeln können, und fdadurch den Lobyisten erst die Türen öffnen. Gorbatschow hat gezeigt, das man aufsteigen kann, ohne seine Ideale zu verraten. Das ist doch mal was :-)
Liebe Susanne,
AntwortenLöschenich denke, Partei zu ergreifen ist ein Akt der Freiheit. Farbe bekennen. Freiheit ist nicht nur Freiheit von, sondern auch zu etwas. Man braucht ja nicht die eigene Meinung an der Garderobe abzugeben, wenn man in einer Partei ist. Durch das Sich-Einbringen in eine Partei verändert man ja diese. Insofern kann man sich eigentlich immer für das BGE einsetzen.
Noch ein Wort zu den Konsumsteuern: Die Produkte werden nicht teurer als bisher, weil jetzt auch schon alle Steuern im Produktpreis enthalten sind, nur werden sie gegenwärtig an anderer Stelle abgeschöpft, nämlich bei der Einkommensteuer. Letztlich zahlt die Steuern auch jetzt schon der Verbraucher.
Liebe Susanne,
AntwortenLöschennur allein bist Du frei.
Beschlüsse der Piratenpartei sind keine Entscheidungen darüber, was die Piratenpartei machen will, wenn sie die "Macht" hat, sondern mit welchen Positionen sie als Partei an der Willensbildung des Volkes teilnimmt. Ziel der Piratenpartei ist, die direkten und indirekten demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten jedes Einzelnen zu steigern (Parteiprogramm). Damit verschafft die Piratenpartei dem Willen des ganzen Volkes Geltung. Gerade der Beschluss zum BGE beweist diese Grundhaltung der Piratenpartei: Über die Neuordnung des Sozialstaates durch Einführung eines BGE soll ein Volksentscheid befinden.
Viele Grüße
Olaf
Hallo, Susanne ! Ich bin jetzt schon seit 2009 bei den PIRATEN, habe in Brandenburg Höhen und Tiefen erlebt. Neben den Kernthemen waren die Ablehnung von Hartz IV und die Chancen, auch im Sozialbereich neue Ideen entwickeln oder unterstützen zu können -basisdemokratisch- Gründe für den Beitritt.Ich glaube, entstehende Schwierigkeiten in der Parteistruktur liegen vor allem darin, dass sich die Aktiven ja auch erst an diesen anderen Umgang miteinander gewöhnen müssen - und daran, Basisdemokratie und Pluralismus innerhalb einer Partei zu akzeptieren. Noch schwieriger wird es, wenn es jetzt die ersten bezahlten Abgeordneten gibt. Die alten Klischees, wie es in einer Partei hierarchisch zu zugehen hat, müssen überwunden werden. Da ist die PP auf einem guten Weg nach dem BPT, glaube ich.
AntwortenLöschenRon ("Sozialpirat", LV Brandenburg).
Dass sich die Piraten so anfühlen wie eine Partei, liegt an unseren eigenen Erwartungshaltungen. Ich denke wenn nicht die Piraten, wer wird es sonst ändern?
AntwortenLöschenUnd bedenke, Du selbst kannst mitverändern, ich war auch aus ähnlichen Gründen niemals Mitglied einer Partei, jetzt das erste Mal und noch bin ich stolz darauf - weil bei den Piraten jeder sein darf, wie er ist. Es gibt keine Partei-Ideologie und kein Parteizwang - Du bist frei!
Ich bin optimistisch und gebe mir und den Piraten eine Chance!
Liebe Susanne,
AntwortenLöschendie Fragen, die dich bewegen, stellen sich mir ebenso. Ich scheue Gruppierungen, beobachte, dass sie sich über Abgrenzung definieren, vergleichbar mit Familien, die "das Eigene" idealisieren und "das Andere," insbesondere das vermeintlich gegen das eigene gerichtete, verteufeln. Ganz abgeschlossen habe ich mit Institutionen, die aufgrund von Größe und Alter eine Selbstverständlichkeit einnehmen, die blind für schaurigste Praktiken macht (siehe Kirchen, Schulen, Behörden).
Ich habe mich oft kurzzeitig Gruppen angeschlossen, und sie dann eben wegen dieser Dynamiken wieder verlassen.
Am BGE gefällt mir besonders das "B." Während ich unsere jetzigen Formen des Miteinander als Bedingungs-Gefüge erfahre, träume ich von einem Miteinander ohne Bedingungen.
Egal wohin man geht, wirkt der Mensch in einem sozialen Gefüge. Ich verspreche mir Änderungen hin zum besseren von der Arbeit am Bewusstsein. Am öffnen für das Gute und Schöne, am Durchschauen eigener niederer Beweggründe. Ich glaube aber auch, dass Menschen mit Herz dringender denn je in Machtgefügen benötigt werden, damit diese sich wandeln, von Kontrollinstrumenten zu Ermöglichungsinstrumenten, ein Wechsel von Macht zu Kraft.
Eine tolle Frau, mit prima Gedanken, unverfälscht und menschlich. Intelligent und auch weise und kann nur den wahren Schluß "zitieren" und unterstreichen:
AntwortenLöschen"man lernt am Besten beim Tun ..."
Danke Susanne, Du bist extrem authentisch.
Eure Reaktionen auf diesen Blogpost berühren mich sehr. Freundlich, ehrlich, einfühlsam, konstruktiv, informativ.,... ich freue mich.
AntwortenLöschenDiese Reflektion ehrt Dich!
AntwortenLöschenDas selbe passierte mit mir in den 80ern - war sechs Monate bei der alternativen Liste - dann trat ich wieder aus.... - keine Chance - es entstehen immer Gruppenhirachien, Leittiere und am Ende steht immer - und das kann man ja an den Grünen gut sehen - der "Politprofi" - das rhetorisch geschulte Hirnvernebelungsmonster mit Geltungssucht.