18. August 2011

Ich gehe in alle Parteien

Heute habe ich Mitgliedsanträge an alle im Bundestag vertretene Parteien und an die Piratenpartei losgeschickt.





In jedem Brief ein ordentlich ausgefüllter Antrag auf Mitgliedschaft und folgender Begleitbrief:


Susanne Wiest
17493 Greifswald
susiwiest@web.de
www.grundeinkommen-bundestag.de


Greifswald, den 18.August,2011


Sehr geehrte Damen und Herren,

Mein Name ist Susanne Wiest, und ich möchte in ihre Partei eintreten.

Seit fast 3 Jahren engagiere ich mich gesellschaftlich/demokratisch.
„Wie wollen wir zusammen leben.“ Diese Frage bewegt mich.

2008 habe ich eine Petition an unseren Bundestag gestellt, er möge das bedingungslose Grundeinkommen einführen.
Fast 53 000 Bürgerinnen und Bürger haben mitunterzeichnet.

Im November 2010 habe ich den Kulturimpuls bedingungsloses Grundeinkommen vor dem Petitionsausschuss unseres Bundestags vorgestellt. Die Petition ist nun in Bearbeitung.

Bei der Bundestagswahl 2009 erhielt ich als parteifreie Direktkandidatin für das Thema Grundeinkommen 1,2 % der Erststimmen im Wahlkreis Greifswald-Demmin-Ostvorpommern. In diesem Wahlkreis wohne und arbeite ich.

Ich lerne unsere demokratischen Strukturen und auch deren Mängel kennen.

Ich beantrage nun Aufnahme in ihre Partei, da ich ohne Mitgliedschaft in einer Partei nicht alle zur Verfügung stehenden demokratischen Möglichkeiten nutzen kann.
Ich möchte gerne über die Themen der Wahlpogramme und auch über die Vergabe der Listenplätze für anstehende Wahlen mitentscheiden.

Eine feste Zugehörigkeit zu lediglich einer einzigen Partei, die ja bei allen Parteien, außer der Piratenpartei, eine Bedingung für die Mitgliedschaft ist, erscheint mir nicht mehr zeitgemäß und für mich persönlich nicht stimmig.
Ich bevorzuge eine offene lösungs- und themenzentrierte Arbeitsweise.
Parteigrenzen machen für mich keinen Sinn.
In meinen Augen sind sie eher hinderlich für eine konstruktive Lösungssuche.

Ich weiß heute nicht, welche Partei ich bei der nächsten Wahl wählen möchte.
Ich weiß nicht, ob überhaupt eine Partei meine Interessen vertreten wird.
Das hängt vom Programm und der Listenaufstellung ab.

Darauf kann ich bislang keinen Einfluss nehmen, da die Festlegung auf nur eine einzige Partei mir unmöglich ist.
Ich möchte aber auf demokratische Mitbestimmung bei Wahlprogrammm und Listenaufstellung nicht länger verzichten.
Aus diesen Gründen bitte ich nun um Aufnahme in ihre Partei und gleichzeitig in alle im Bundestag vertretene Parteien und in die Piratenpartei, um mich an der politischen Willensbildung frei beteiligen zu können.

Artikel 21 GG

(1)Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muß demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft geben



Ich bitte Sie zu bedenken, dass eine Nichtaufnahme meine demokratischen Möglichkeiten in unserem Land stark einschränkt.




Mit freundlichen Grüßen, Susanne Wiest


16 Kommentare:

  1. Willkommen an Board Susanne. Ich freu mich, dass du Mitglied geworden bist. Und die Idee bei alle anderen Parteien, also denen des letzten Jahrhunderts :o) , auch Mitglied zu werden, ist klasse.

    Ich hoffe, wir sehen uns zum Bundesparteitag der Piraten in Offenbach.

    Beste Grüße
    Simon
    (von den Sozialpiraten)

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  2. Das kostet sicher einiges an Überwindung sich bei der FDP anzumelden oder?:-)

    Gute Idee auf jeden Fall!
    lg heinz
    precapture.de

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  3. Liebe Susanne,
    ich freue mich immer wieder über Deine Aktivitäten :-))
    hab` vielen herzlichen Dank
    Maya S Welten

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  4. Gute Idee,
    Weg von "Die Anderen" hin zum Wir. Ich überleg es mir auch.

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  5. Super Idee Susanne,
    Deutschland ist eine Parteiendemokratie, nur über Parteien kann man etwas so revolutionäres wie das BGE einführen!

    Ich persönlich würde Mitglied der Bündnis90/Die Grünen und der Piratenpartei werden, bei der SPD/Linkspartei häte ich dagegen Probleme und arge Bauchschmerzen: Die Pflicht zur Arbeit, der Agenda 2010 und H4 und totale Regelsatzstreichung bei Arbeitsverweigerung, dazu den vertreiben von sozial schwachen Obdachlosen, dazu wollen diese Parteien das Milliardengrab S21 trotz Finanzkrise durchdrücken und sind die ärgsten BGE-Gegner!
    Aber ich werd mir Deine Idee durch den Kopf gehen lassen, Du schreibst sicher über Deine Erfahrungen - Danke!

    LG Steffen

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  6. Den Witz verstehe ich nicht. Was willst Du damit bezwecken? Erst sagst Du, Du gehst in alle Parteien. Dann stellt sich heraus, dass Du mehrere Parteien ignorierst (in Meckpomm treten 16 an). Und die, die Du ausgewählt hast, sind sicher nicht die besten. Wie viele Parteien kennst Du? Wie viele Programme hast Du bisher gelesen? Und warum sollte eine Nichtaufnahme Deine "demokratischen Möglichkeiten" stark einschränken? Warum sollte die Demokratie gerade von diesen Parteien abhängen?

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  7. Eine gute Idee.

    Wieder einen Schritt weiter.

    Alles Gute !

    Gruss

    Klaus

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  8. Offtopic: In Berlin wird gerade der Alexanderplatz nach Vorbild der Proteste in Spanien/Israel besetzt um für Echte Demokratie und Soziale gerechtigkeit zu demonstrieren.

    Siehe: http://acampadaberlin.piratenpad.de/alex2011

    BGE ist auch ein Thema, wäre toll wenn von den BGE Aktivisten noch ein par vorbei schauen könnten.

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  9. Der Gedanke hinter der Aktion findet sicher bei vielen Gefallen ohne Frage. Schließlich treten ja alle Parteien an um für Deutschland richtiger seine Bevölkerung leider nur in Teilen zu vertreten.
    Da Parteilose es in unseren Land schwer haben etwas zu Bewirken zu mindestens dann wenn sie in einer Stadt bzw. Land etwas Bewirken wollen. Aber selbst in Kleinstädten und Gemeinden dürfte der Arbeitsaufwand für den einzelnen einen 24 Stunden Tag ausfüllen.

    Keiner alleine kann auf allen Gebieten gleich gut sein.

    Deshalb habe ich mit Begeisterung gelesen das es in den Anfängen bei der SPD mal so etwas wie eine Bewegung von unten gegeben hat.

    Politik auf kleinster Ebene die dann ihre Entscheidungen nach oben durchgesetzt hat.

    Das klingt für mich dann wieder wie Demokratie wenn ich auch unten am Anfang der Leiter Einfluss nehmen kann auf das was weiter oben geschieht.

    Dann wüsste ich auch warum ich ein Mitglied einer Partei bin und nicht nur Einzahler.

    Leider war das so in den Artikel das es nicht von Dauer wahr. Die Entscheidungen werden nicht mehr vor Ort sondern im kleinen Kreis an der Spitze getroffen und unten nur abgenickt.

    Wobei das Entscheiden davon abgehängig gemacht wird ob es beim Wähler auch ankommt.

    Für mich total Überflüssig da bleibe ich lieber Zuhause.

    Wenn ich einer Partei Beiträte will ich etwas Bewirken. Um etwas Bewirken zu können wäre Zeit ein wichtiger Faktor. Deshalb wäre auch für solche Fälle ein Bedingungsloses Grundeinkommen eine Klasse Sache.

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  10. Liebe Susanne
    Sobald du dieses System akzeptierst, hast du schon verloren. Du machst dich zum Bittsteller. Andreas Clauss hat es mal sehr gut zusammen gefasst. Die Regierenden verordnen, gebieten, nehmen sich, setzen durch und bestrafen. Die Sklaven bitten, beantragen, versuchen, werden enteignet und oder haben zu bezahlen.
    Da kannst du leicht sehen, wo sie dich hin positioniert haben. Es ist sehr leicht einen Skaven die Bitte zu verwehren.

    So dann viel Spaß bem "Hocharbeiten" in der Partei.

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  11. Aus aktuellen Meldungen arbeiten die Isländer unter Ausschluss der Politiker an einer neuen Verfassung.

    Dumme Frage: Warum machen wir das nicht auch? Nutzen wir doch die Schwarmintelligenz, lassen jeden der mitmacht über jeden einzelnen Punkt abstimmen und setzen uns somit über unsere Politiker hinweg! Selbstredend das wir ein BGE in die Verfassung miteinbringen! Wenn jeder Deutsche mitmacht der Internet hat, ganz Deutschland anschließend darüber abstimmt... hat kein Politiker die Möglichkeit irgendetwas dagegen zu unternehemen!

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  12. Hallo Shaun, das ist eine gute Idee und eine interessante Frage..hast Du eine Idee wie wir das realisieren können?
    Liebe Grüße, Susanne

    Hallo Nigtmeare ,ich fahre nach Berlin. ...und andere hoffentlich auch. Bis dann, Susanne

    Hallo Weisser, wie kommst Du darauf ich würde unser momentanes System akzeptieren? Mich interessiert aktive Demokratiegestaltung, gemeinsame Gesellschaftsgestaltung . ...Hocharbeiten? Nein das ist nicht meine Idee.
    Liebe Grüße, Susanne

    Hallo K.M., ich gehe in alle im Bundestag vertretene Partien und in die Piratenpartei. Das habe ich so gewählt.

    Hallo merapi22. Klar schreibe ich hier weiter über diese Aktion. " 2 Antwortschreiben habe ich schon... sobald Zeit schreibe ich.
    Herzlich, Susanne

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  13. Ich finde, gerade die "KRÖNUNGSWELLE" müsste

    auf solchen Veranstaltungen für ordentlich

    Aufmerksamkeit sorgen.

    Persönlich glaube ich, dass der "Kessel schon

    kocht" , was bedeutet: Über 20 Mio Menschen

    in Deutschland und 80 Mio in Europa leben in

    Armut. Es ist eine Frage der Zeit, wann er

    überkocht.

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  14. Das einzige Ziel einer jeden Partei ist ihr eigenes Wachstum. Leuten, die sich für dieses Wachstum engagieren, bietet sie im Austausch an, Schlüsselpositionen in der Gesellschaft mit ihnen zu besetzen. Auf dem Weg dahin, und erst recht am Ziel, werden diese Leute immer ausschließlich daran arbeiten, ihre Position zu sichern oder auszubauen. Der Glaube, durch eine Mitgliedschaft von innen heraus daran etwas ändern zu können, ist eine Illusion. Ein System, das Parlamente und Bürokratie über Parteien besetzt, hat einen schweren Konstruktionsfehler. Themen wie Grundeinkommen und Ähnliches werden immer daran scheitern. Die einzig sinnvolle Maßnahme gegenüber einer Partei ist der Austritt, nicht der Eintritt. (Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe Eintritt und Austritt hinter mir.)

    Dennoch finde ich Deine Aktion spannend, ist sie doch ebenfalls eine Kritik am Parteiensystem. Ich mag kreative Arten der Systemkritik.

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