20. Juni 2011

Grundeinkommen- kurz, klar und schön von Enno Schmidt


Lesenswert: "Bedingungsloses Grundeinkommen?" von Enno Schmidt in der Juniausgabe der männer/zeitung
Auszug:
".....Eine Idee?
Das Grundeinkommen ist kein Modell, sondern eine Idee. Sie stammt nicht mehr aus dem sozialen Anliegen einer Sicherung für Arme. Sie wird von Liberalen wie von Grünen, Linken und Konservativen diskutiert. Quer durch alle Gesellschaftsschichten und Professionen. Dass sie ein Kulturimpuls ist, merken Sie schon daran, wie Sie selbst darauf reagieren, was für Gedanken und Empfindungen sie bei Ihnen anstösst, was Sie an der Idee entrüstet oder anzieht. Und was Ihre Freunde
dazu sagen. Oder Ihre Frau. Oder Freundin?"

10 Kommentare:

  1. Schöner Beitrag und...
    ... "Grundeinkommenszeitalter", ein schönes Wort. :-)

    Enno Schmidt hat dieses Wort offenbar geprägt, denn außer in seinem Beitrag ist es bei Google nicht zu finden. ^^

    LG Chris

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  2. "Dass man Arbeit beschaffen muss, damit die Leute beschäftigt sind, ist eine Perversion der Arbeit! Arbeit nur um der Arbeit willen ist eine Entwertung des Menschen. Die Arbeitsplatzideologie und der Vollbeschäftigungswahn sind ein Denkfehler."

    - Genau!

    Guter Artikel, etwas ungewöhnlicher Duktus - abgehackte, schlaglichtartige Sätze - aber warum nicht, dadurch wird das Wesentliche vielleicht besser ins Blickfeld gerückt.

    Nur bezüglich der Finanzierung hätte ich noch ein paar andere Modelle erwähnt außer dem konsumsteuerbasierten nach Götz Werner. Eine interessante Eigenschaft dieses Modells ist, dass die Inanspruchnahme von Leistungen besteuert wird, und nicht das Erbringen von Leistungen.

    Gruss,
    Fabian

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  3. ...diese Disskusion ist schon lange nötig und sollte zur nachhaltigen bewustseinsbildung unablässig kommuniziert werden. Den wie heißt es noch: Aller Fortschritt im Leben beruht auf einer Verbesserung unserer Kommunikationsfähigkeit.

    Charles Berner (1.ter Lehrsatz - 1.tes Semester /

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  4. Mit einem Grundeinkommen kann man auch nein sagen zu Dingen, die notwendig sind und dann hat man das Problem, daß man eine andere Möglichkeit finden muß, Menschen dazu zu bewegen, die Notwendigkeit selbst einzusehen. Freiheit, so frei nach Hegel, ist die "Einsicht in die Notwendigkeit" - und das Problem des Grundeinkommens ist eben diese Art Freiheit: die Notwendigkeit selbst einsehen. Dafür bedarf es emanzipierter Menschen - solche, die man in diese Freiheit entlassen kann. Sind wir dazu bereit?

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  5. Das für mich wirklich notwendige oder anstehende ist recht leicht zu erkennen finde ich. Egal ob es mich persönlich betrifft oder größere Zusammenhänge. Die Wahrnehmung was wirklich notwendig oder dran ist, ist individuell unterschiedlich denke ich. Das empfinde ich als bereichernd.
    Wer entlässt wen in die Freiheit? Ich denke ich mich selbst. Und jede/r sich selbst. Entlassen werden in die Freiheit ? Ich sehe nicht wie das gehen kann. Das ist ein Schritt den ich selbst tue. Sonst ist es ja wieder nicht Freiheit.
    Meine Sicht, liebe Grüße, Susanne

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  6. Naja, den Einwand, dass es Tätigkeiten geben könnte, die dringend notwendig sind, die aber kaum jemand freiwillig macht, den hört man ja recht oft. Beispiele: Müllentsorgung, Schwerstarbeit (Stahlwerk, Bergbau)

    Diese Berufe muss man dann eben entweder so gestalten bzw. so gut bezahlen, dass sie jemand freiwillig macht, oder aber automatisieren. In dem Grundeinkommensfilm (http://www.youtube.com/watch?v=kN40gX5yWC8) ist z. Bsp. ein halbautomatisches Müllabfuhrsystem zu sehen, in Italien hat man schon mit vollständig autonomen Müllrobotern experimentiert.

    Einer der vielen Vorteile des BGE liegt aus meiner Sicht darin, dass man dan endlich guten Gewissens Automaten und Roboter entwickeln kann, ohne fürchten zu müssen, damit jemanden seiner Existenzgrundlage zu berauben.

    Gruss,
    Fabian

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  7. Achja, in diesem Zusammenhang noch ganz kurz etwas anderes: Ein anderer BGE-Vorteil besteht doch darin, dass die Arbeitnehmer dann auch gewisse Ansprüche an den Arbeitgeber stellen können.

    Angenommen, jemand möchte seinen kleinen Sohn jeden Morgen in den Kindergarten bringen. Der Kindergarten beginnt um sagen wir 9:00 Uhr. Die Firma, die den Vater beschäftigt, startet die Produktion um 8:30. Heutzutage kann der Chef sagen: "Nix da, Sie kreuzen hier um 8:30 auf, sonst Entlassung!" und der Angestellte muss sich fügen.

    Mit BGE kann er jedoch sagen: "Ich will auf jeden Fall meinen Sohn in den Kindergarten bringen, und kann deshalb frühestens um 9:30 in der Firma sein. Bitte richten Sie meinen Arbeitsplatz so ein. Ansonsten suche ich mir woanders Arbeit."

    Die Rechte der Arbeitnehmer werden also gestärkt!

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  8. Den "Anspruch" an Arbeitgeber halte ich für zweischneidig. Es ist vielmehr nämlich ein Anspruch, der den KollegInnen gegenüber geltend gemacht wird. Der Arbeitgeber hätte die Umsetzung lediglich zu organisieren.

    Es soll im Zusammenhang mit dem bGE nicht übersehen werden, dass wir uns trotz dazugewonnener Freiheit immer noch miteinander "synchronisieren" müssen. Diese Notwendigkeit bestand schon seit jeher das wird auch zukünftig so bleiben. Den Vorteil des bGE sehe ich gerade darin, dass das freiwillige Synchronisieren zu sinnvollen Kooperationen möglich wird.

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  9. ja klar, in allen Berufen, die auf Zusammenarbeit beruhen (die meisten), müssen die Mitarbeiter sich aufeinander einstellen... geht ja in einer Fabrik nicht, dass einer um 9, einer um 10, und einer um 11 anfängt ;)

    Ganz wie du sagtest, erfolgt die Synchronisation mit BGE jedoch freiwillig, d.h. die Arbeitnehmer haben die Freiheit, den Arbeitsprozess miteinander zu organisieren, anstatt in jeder Hinsicht von den Vorstellungen des Arbeitgebers abhängig zu sein.

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  10. Was heisst, es gebe "Arbeiten, die notwendig sind"? Ich glaube, es sind Arbeiten die wir, also jedeR Einzelne, fuer notwendig erachten - oder eben nicht. Wenn wir die Muellabfuhr oder den Putzdienst oder den Bergbau notwendig finden, muessen wir die jeweiligen Arbeitsplaetze Arbeitnehmer-freundlich, also menschenfreundlich gestalten, zum Beispiel durch flexible Arbeitszeiten, gute Bezahlung, nette Betriebsatmosphaere, oder einfach die Tatsache, dass man Sinn in der Arbeit selbst sehen kann.

    Momentan koennen Arbeitsplaetze auch einfach menschenunfreundlich gestaltet sein und man kann gezwungen werden, sie trotzdem zu anzunehmen.

    Je nachdem wie notwendig ich die Arbeit eben wirklich finde, muss ich den Arbeitsplatz entsprechend attraktiv gestalten, sonst muss ich selbst in den Berg oder selbst putzen...

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