25. November 2010

Für Kurzentschlossene....


Morgen und Übermorgen: Fachtagung in Neunbrandenburg, "Alt werden in Armut"
Es gibt im Rahmen dieser Tagung folgenden Workshop: Morgen 26.11.2010
"Workshop 2 Frau Susanne Wiest, Greifswald; Prof. Dr. Steffi Schulze, HS Neubrandenburg (14:20)
Bedingungsloses Grundeinkommen - Für und Wider eines Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik Kaum ein anderes Land investiert so viel in Sozialleistungen wie Deutschland. Die Verteilung ist jedoch aufgesplittert in eine Vielzahl von Leistungen, die für normale BürgerInnen kaum durchschaubar, vielfach diskriminierend und oft nicht wirklich hilfreich sind und die Verwaltung der Leistungen  ist kostenintensiv. Im Workshop werden Pro und Contra eines bedingungslosen Grundeinkommens debattiert als Alternative für die derzeitige Finanzierung der sozialen Leistungen. Neben der Frage der Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens  u.a. aus der Einkommens- und Vermögenssteuer, Einsparung von Verwaltungskosten und Bürokratieabbau etc. geht es auch um einen Wandel im Sozialstaatsverständnis.

Neulandtanz



Wie war es im Bundestag, was ist da eigentlich passiert?
Ich denke über das Erlebte nach. Über das Bürgerbewegte, über demokratische Lockerungsübungen, über Gesprächskultur, über ...... , und die monatliche Grundeinkommenskolumne für die Info3 war auch dran. Nachdenken, Verarbeiten ,Aufschreiben.
Diesmal vorab und onlineveröffentlicht : Neulandtanz.
Vielen Dank an Jens Heisterkamp für den immer wirklich freien und offenen Raum in der Info3.

22. November 2010

Neue, neutrale Plattform ist da- NetzbGE



Heute habe ich folgende Mail erhalten, die ich vollständig hier einstelle:

Sehr geehrte Grundeinkommens-Befürworter,

das bedingungslose Grundeinkommen ist inzwischen in vieler Munde.

Wer sich heute mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, kann im Internet auf den diversen Seiten viele anregende Ideen und Informationen bekommen.

Aber wer sich mehr mit dieser Idee beschäftigt, merkt bald, wie vielseitig die Angebote der Informationen sind und wie schwer es ist, den Überblick zu behalten.

Daraus ist Anfang des Jahres 2010 der Wunsch entstanden, eine Plattform zu erstellen, die den Initiativen die Möglichkeit bietet, sich zu registrieren, ihre Blogbeiträge zu veröffentlichen, ihre Veranstaltungen anzuzeigen, sich darzustellen als Initiative und Bildergallerien anzulegen.

Gleichzeitig kann man als Person sich anmelden und Initiativen folgen, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.
Mitglieder können sich selbst vernetzen und sich gegenseitig Nachrichten schicken, einen eigenen Blog einrichten und auch eine Bildergallerie einstellen.
Ein separater Bereich bietet eine komplette Forumsplattform, auf welcher man sich zu den eigenen Themen austauschen kann.

Personen oder Initiativen, welche bei Facebook oder Twitter sind, können ihre Beiträge über eine Schnittstelle mit in diese Plattform aufnehmen.

Tragen Sie Ihre Initiative unter www.netz-bge.org ein oder melden Sie sich als Person an, um bei den einzelnen Initiativen immer auf dem Laufenden zu bleiben.
Natürlich ist ein Hinweis in Ihrem Blog oder auch anderswo hilfreich, um die Plattform bekannt zu machen.

Zu meiner Person:
Ich beschäftige mich seit über 6 Jahren mit Webdesign, IT und Webapplikationen. Unter anderem bin ich als Webmaster der Seite www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de tätig und darüber auch auf das Thema Grundeinkommen aufmerksam geworden.

Selbstverständlich bin ich für Feedback immer sehr offen.

Schöne Grüße,

Mathias Sasse
Betreiber der Plattform Netz bGE

20. November 2010

Nochmal die Brezelfrage......



Ich bin wahrlich keine Finanz- und Rechenkünstlerin, dennoch versuche ich wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und zu erfassen. Das geht meiner Meinung nach auch jenseits der Zahlen. Ich bin mittendrin in diesem Prozess , habe Eure Kommtare gelesen und über die Brezelfrage auch nochmal mit Daniel Häni gesprochen. Da Eure Kommentare im letzten Brezel-Post darauf schließen lassen, dass das Thema "Brezel" noch nicht erschöpft ist, hier eine Antwort von Daniel:


liebe susanne

wir haben gesagt, dass die mehrwertsteuer, wenn sie die einizige steuer wäre und auch das grundeinkommen transferieren würde 130% sein könnne, sei im prinzip richtig. das die brezel dann 2.30 euro kostet sei falsch.

wie man das erklären könnte (am besten ohne zahlen), würde vielleicht so gehen:





links die situation in D heute in runden zahlen 2008:

bruttoinlandprodukt: rund 2500 mia
je einwohner 30'000
je erwerbstätiger 60'000
staattsquote 50%

d.h.: 50% der wertschöpfung für staatlich ausbezahlte einkommen transferiert über diverse steuern und abgaben
50% der wertschöpfung für privatwirtschaftlich ausbezahlte einkommen

(gäbe es nur die mehrwertsteuer wäre sie heute entsprechend 100%! 100% auf den nettopreis. da die mehrwersteuer aber heute erst, wenn alle anderen steuern und abgaben bereits eingepreist sind, erhoben wird, ist ihr prozentsatz entsprechend niedriger: nettopreis + steuern und abgaben + darauf mehrwertsteuer = verkaufspreis - in anderen worten: je mehr steuern und abgaben bereits in den preis vor der mehrwertsteuer eingepreist sind, je niederiger kann der mehrwertstuersatz ausfallen; wir zahlen also heute mehrwertsteuer auf die eingepreisten steuern und abgaben! nicht weitersagen...)

rechts wie es sein könnte mit grundeinkommen (gold):

das grundeinkommen ersetzt in seiner höhe einkommen die vom staat ausbezahlt werden (z.B. im einkommen einer lehrerin, eines politikers, einer krankenschwester, eines polizisten oder eines arbeitslosengeldempgängers).
das grundeinkommen ersetzt in seiner höhe einkommen in der privatwirtschaft (z.b. eines bäckers, einer ingenieurin, eines fabrikarbeiters etc.).

staatsquote neu: ca. 66%, d.h.:
33% der wertschöpfung für staatliche einkommen (weniger staat)
33% der wertschöpfung für die grundeinkommen für alle (bedingungslos)
33% der wertschöpfung für private einkommen

(gäbe es nur mehrwertsteuer, wäre sie entsprechend 200%: 1/3 nettopreis, 1/3 grundeinkommen für alle, 1/3 abgaben an den staat). deshalb sagten wir, dass die von herrn kerber gschätzten 130% (der richtung nach) richtig sind, aber die rechnung, dass die brezel dann 2.30 kosten würde falsch ist. er hat wohl in der eile und weil der denkansatz für ihn neu ist, einfach 130% mehrwertsteuer auf den heutigen verkaufspreis dazugerechnet. das ist natürlich falsch. die preise würden im durchschnitt gleich bleiben. allerdings wird es durchaus preisverschiebungen geben: produkte aus nierdirglohn-produktion werden teuer werden. produkte, für welche menschen gerne von sich aus und ohne extra finanzielle anreize arbeiten, werden günstiger werden.)

mein rat lautet deshalb: nicht in zahlen denken, sondern in verhältnissen:
die beiden kreise sind ein denkbild, um sich die richtung der möglichen weiterentwicklung vorzustellen. der wegweiser von der halbe-halbe-gesellschaft zur drei-drittel-gesellschaft. darauf basierend kann man sich nun erste schritte in diese richtung vorstellen und einen nach dem anderen gehen und dabei lernen.

herzlich, daniel

"Gibts noch weitere Fragen?"

Dr. Sascha Liebermann: "Freiheit statt Vollbeschäftigung" from Grundeinkommen München on Vimeo.


Vortrag mit Schülergespräch im Rahmen der Wirtschaftswoche der Waldorfschule Ismaning.
wirtschaft-anders-denken.de
In diesem Vortrag und durch die interessanten Fragen die im Anschluss von den Schülern gestellt werden, wird der Kulturimpuls Grundeinkommen einmal mehr in seiner ganzen Dimension erfassbar, wie ich finde.
Herzlichen Dank!

13. November 2010

Steuer hin, Steuer her, die Brezel kostet 1 €



Der Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble hat in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau folgendes gesagt:

Zitat: "Wir dürfen den Grundgedanken von Hartz IV nicht aus den Augen verlieren: Die notwendigen Sozialleistungen dürfen die Aufnahme von Arbeit nicht unattraktiv machen. Mit anderen Worten: Das Lohnabstandsgebot muss gewahrt werden. Dieses Land gibt einschließlich der Sozialversicherungen etwa eine Billion Euro Sozialleistungen im Jahr aus. Das sind im Durchschnitt 12.500 Euro pro Kopf der Bevölkerung. Da muss man schon die Frage stellen, ob wir die Effizienz unserer Sozialleistungen nicht verbessern können."

Das Interview ist zwar schon älter (13.2. 2010), aber diese konkrete Aussage aus dem Munde des Finanzministers finde ich hilfreich und interessant. Genug Geld ist da. Herr Dr. Markus Kerber ein Vertreter der Grundsatzabteilung des Finanzministeriums erläutert in der Sitzung des Petitionsausschusses Aspekte der möglichen Finanzierung des Grundeinkommens und spricht in der öffentlichen Sitzung am 8.11.10 (bei 1.06.06) davon, dass die Mehrwertsteuer, als alleinige Steuer, 130% betragen müsste. Das ist richtig. Dass die Brezel dann statt 1,00€ in Zukunft 2,30€ kosten wird, stimmt hingegen nicht. Herr Dr. Kerber hat übersehen, dass sämtliche Steuern, die heute erhoben werden, ja im Endpreis landen. In der Brezel für 1€ sind alle Steuern enthalten. Für das Unternehmen sind diese Steuern Kosten, die genau wie alle anderen Kosten in die Preise einkalkuliert werden. Die Unternehmen zahlen zwar die Steuern, getragen werden sie aber am Ende von uns Endverbrauchern. Die gesamte Staatsquote steckt im Endpreis. Das ist eine Tatsache, die aber erstaunlicherweise recht wenig in unserem Bewußtsein ist.
Ob nun die Steuern in mehreren Schritten, an mehreren Orten, als Einkommensteuer, Sozialabgaben, etc, erhoben werden, oder alles auf einmal, am Ende des Prozesses, als Konsumabgabe oder Mehrwertsteuer, ändert am Preis der Brezel nichts. Es wird aber viel einfacher, wie ich finde.

12. November 2010

Grundeinkommen im Bundestag - 8.11.2010

Was für ein wunderbares Zusammen..

Ich danke Euch für die Blumen,für die vielen berührenden Mails und Facebookposts, für das kleine rote Büchlein mit Euren guten Worten. Das waren wunderbare Tage in Berlin. So was Schönes geht nur Zusammen.
Stellt Euch einmal vor ich hätte da alleine hingehen müssen, wie anders wäre das geworden. ...
Herzlichen Dank für Euer Dasein, Sosein und, wie auch immer, Dabeisein. Das ist für mich der Geist den ich im Kulturimpuls bedingungsloses Grundeinkommen von Allen für Alle spüre und den ich liebe und schätze: Frei, eigenverantwortlich und zusammen.
Am Sonntag , auf dem Weg von der U-Bahn,zu unserem wunderschönen Fest in den Sophiensälen, kam ich an diesem Schaufenster vorbei....... an der Überschrift für unsere Zukunft, schoss es mir durch den Kopf.


4. November 2010

Goldstaub....


"Noch mal Sonne. Der Herbst vollendet den Sommer mit gütigen Tagen.
Da haben wir uns aufgemacht an den Rhein für ein paar Worte, die wir noch nicht wussten.
Wo steht die Grundeinkommensbewegung jetzt? Vielleicht weniger bei den Argumenten, die man schon alle gehört hat, und mehr bei den Menschen. Wie die sie selbst sind mit der Idee des Grundeinkommens. Da hat man noch nicht alles gehört.

Wir starten mit einem ersten Teil, dem zwei weitere folgen werden. Grundeinkommen - Fragen an Daniel Häni (II) + (III)

Enno Schmidt"

Worte und Bilder wie Goldstaub. Herzlichen Dank!

3. November 2010