28. Dezember 2009

Gerade genug zum konsumieren?


"Nun fragt man sich: Welchen Rohstoff besitzen Deutschland und Schweden, der mit dem Öl verglichen werden könnte? Dieser Rohstoff ist der Sozialstaat. Denn der Sozialstaat erzeugt eine riesige Masse von armen, aber nicht völlig verarmten Konsumenten, die in großer Zahl billige Produkte konsumieren – und somit große Vermögen entstehen lassen. Das heutige Kapital verkauft den Sozialstaat an ihn selbst – und verdient dabei in einem Ausmaß, das früher unvorstellbar schien." Zitat Zeit.
Sozialstaat klingt für mich ja erstmal so, als ob es ein erstes Interesse der Gemeinschaft wäre, wirkliche soziale Gerechtigkeit herzustellen. Beim Lesen des Artikels in der ZEIT von Boris Groys geriet dieses Bild , das ich recht unbemerkt in mir trug, ins Wanken.
Wollen wir wirklich anders zusammenleben als bisher, wird auch beim Lesen des Artikels klar, warum ein Grundeinkommen wirklich hoch sein muss. Damit würde dann der "alte Sozialstaat "überwunden. Gleiche unter Gleichen in unserer neuen , freien Grundeinkommensgesellschaft. Das wünsche ich mir!

8 Kommentare:

  1. "Denn das hohe Grundeinkommen erzeugt eine riesige Masse von wohlhabenden Konsumenten, die in großer Zahl Produkte konsumieren – und somit große Vermögen entstehen lassen. Das morgige Kapital verkauft das Grundeinkommen an ihn selbst – und verdient dabei in einem Ausmaß, das früher unvorstellbar schien."

    Wäre das - der Logik des Artikels folgend - nicht auch richtig?

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  2. Ich glaube die Idee Grundeinkommen kann das Bewusstsein ändern. Ich erlebe das bei mir selbst so. Heute werden wir ja durch verschiedenste sozial-und arbeitspolitische Maßnahmen" dirigiert". Und es ist wenig Spiel- und Entscheidungsraum für den betroffenen Bürger da. Ich finde unsere Staatsgemeinschaft dient heute sehr stark dem Kapital. Dort wo ich wohne herrscht großer Druck. Angst vor Arbeitsplatzverlust. Diese Angst ist ein starker Motor um im "kapitalistischen Hamsterrad" mitzulaufen. Sei es beim Arbeiten, sei es beim Konsumieren. Wie ist unser Menschenbild?
    Ich wünsche mir einen Staat, eine Gemeinschaft in der das Wohl Aller im Zentrum der Bemühungen steht. Mensch oder Maschine?
    Wohin wollen wir ? Das ist für mich die zentrale Frage, die sich mir stellt. Wenn ich sie mit "Mensch" beantworte, wird es interessant und schön, schon auf dem Weg. Wenn ich die Frage mit "Maschine" beantworte geht es weiter in die schon gewohnte Richtung, die eher nach Verwertbarkeit, Nutzen und Effektivität des Einzelnen schielt. Dahin will ich persönlich nicht weiter gehen.

    Klar kann es schiefgehen auch mit dem Grundeinkommen, aber die Chancen , dass wir weiter aufwachen und uns wieder dem Mitmenschen und uns selbst zuwenden sind mit Grundeinkommen meiner Meinung nach
    größer als ohne diese Bemühungen einer persönlichen,gesellschaftlichen, menschlichen Umorientierung. Wenn ich Grundeinkommen als Idee wirklich ernst nehme, wenn ich mich darauf einlasse. ändert sich vieles. Ich erlebe das so. Wenn ich diese Idee Grundeinkommen nur für den nächsten gesellschaftlich, kapitalistischen "Trick" benutze ändert sich vermutlich gar nichts. Es ist ein Sache der Haltung. Wie immer.
    Grundeinkommen hat mit Liebe zu tun. Das ist für mich der zentrale Kulturimpuls, den ich darin sehe.(http://www.info3.de/wordpress/?p=194) Und mit Liebe lebt es sich gut!

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  3. "ich wünsche mir einen Staat, eine Gemeinschaft in der das Wohl Aller im Zentrum der Bemühungen steht. Mensch oder Maschine?
    Wohin wollen wir ? Das ist für mich die zentrale Frage, die sich mir stellt. Wenn ich sie mit "Mensch" beantworte, wird es interessant und schön, schon auf dem Weg. Wenn ich die Frage mit "Maschine" beantworte geht es weiter in die schon gewohnte Richtung, die eher nach Verwertbarkeit, Nutzen und Effektivität des Einzelnen schielt. Dahin will ich persönlich nicht weiter gehen."


    Hut ab Susi,
    das ist wirklich eine entscheidende Frage, vielleicht DIE entscheidene Frage.
    Mir fällt noch eine andere ein: "Die Frage nach dem Wohl der Gemeinschaft oder dem Wohl weniger Einzelner.
    Ein alter Hut, eine alte Aufgabe, und wir haben sie immer noch nicht gelöst.
    Grundeinkommen wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es hat mit Liebe zu tun hast du gesagt. Die Antwort auf die entscheidenden Fragen auch.
    herzlich ♥
    Nene

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  4. Das Ziel des Grundeinkommens sollte sein, die Existenzangst abzuschaffen. Und das wird es auch tun, wenn es in existenzsichernder und Kulturteilhabe-ermöglichender Höhe ausgezahlt wird. Warum es aber höher als das sein soll, verstehe ich nicht. Und warum es ein noch _höheres_ Grundeinkommen zu _weniger_ Konsum führen soll, verstehe ich noch weniger.

    Das Grundeinkommen sollte nicht dazu dienen, uns zu beantworten, was für eine Gesellschaft wir wollen. Das wäre ja bevormundend. Es sollte uns die Möglichkeit geben, sich diese Frage mal stellen zu können.

    Jeder wird seine eigene Antwort dafür finden. Manche werden auch mehr Konsum wollen - und das muss auch nicht grundsätzlich schlecht sein, wenn es z.B. "Dienstleistungskonsum" ist und keine natürlichen Ressourcen verbaucht.

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  5. Wenn man dem Autor einen Möglichkeitssinn zuspricht, dann geht er davon aus, dass wir bald das bedingungslose Grundeinkommen haben werden. Allerdings ist seine Konnotation etwas negativ.

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  6. Ich empfehle den Kommunismus:

    Der Begriff Kommunismus für eine dauerhaft sozial gerechte und freie Zukunftsgesellschaft wurde im 19. Jahrhundert geprägt. Er erhielt in den Konflikten antikapitalistischer Richtungen von Beginn an verschiedene Bedeutungen. Daher bezeichnet er heute mehrere Gesellschaftsentwürfe und deren Umsetzungsversuche.
    Urkommunismus: eine vermutete, in manchen Überlieferungen belegte Gütergemeinschaft früher Gesellschaften. Sie wurde im Judentum Bestandteil der Heilserwartung und dort wie später auch im Urchristentum als „Liebeskommunismus“ ansatzweise praktiziert.
    Frühsozialismus oder Frühkommunismus: Anläufe zur sozialen, nicht nur politisch-rechtlichen Gleichstellung aller Menschen in Bezug auf den Besitz (Gemeineigentum, Kollektiv). Diese begrenzten Versuche und Utopien wurden seit der Französischen Revolution von 1789 zum allgemeinpolitischen Ziel, abgeleitet aus der Gleichheitsidee.
    Marxismus: die weltweite Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und dessen Überführung in Gemeinbesitz (Vergesellschaftung) durch die politische Herrschaft der Arbeiterklasse (Diktatur des Proletariats) als notwendige Bedingung für die klassenlose Gesellschaft. Diese revolutionäre Veränderung wird als vorhersehbares Ergebnis der sich zuspitzenden Klassengegensätze im Kapitalismus aufgefasst und vom „frühen“ oder „utopischen“ Sozialismus und Kommunismus abgegrenzt.
    Rätekommunismus: durch Selbstorganisation der Arbeiter in rätedemokratischen Organisationen angestrebte Umwälzung der kapitalistischen Gesellschaft. Rätekommunisten lehnten einen Führungs- und Avantgardeanspruch kommunistischer Parteien ab.
    Leninismus: die Durchsetzung einer erst sozialistischen, dann kommunistischen Produktionsweise über die „Diktatur des Proletariats“, verstanden als Alleinherrschaft einer revolutionären Kaderpartei, die die Staatsmacht erobert. Sie soll dann die klassenlose Gesellschaftsordnung schrittweise administrativ durchsetzen und die Rückkehr neuer kapitalistischer Klassenherrschaft („Konterrevolution“) verhindern.
    Stalinismus: die Verstetigung der zentralistischen Einparteiendiktatur und staatliche Zwangsindustrialisierung nach innen, internationaler Führungsanspruch der sowjetischen KPdSU nach außen, abgeleitet vom Marxismus-Leninismus als staatlicher Herrschaftsideologie.
    Trotzkismus: die Theorie der permanenten Revolution, nach der der Kommunismus im Gegensatz zu dem im Stalinismus propagierten Aufbau des Sozialismus in einem Land nur weltweit, also durch eine Weltrevolution durchgesetzt werden könne.
    Maoismus: der den Marxismus-Leninismus mit der traditionellen chinesischen Philosophie des Konfuzianismus verbindet.
    Titoismus: der den Kommunismus in Jugoslawien mit der Arbeiterselbstverwaltung und dem Nationalitätenausgleich, sowie der Blockfreiheit realisieren wollte.
    Realsozialismus: das Selbstverständnis von Staaten unter Führung einer Kommunistischen Partei, die sich im Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus sehen: so die frühere Sowjetunion, Volksrepublik China, Nordkorea, Kuba sowie die früheren Ostblockstaaten.
    Eurokommunismus und Reformkommunismus: die Programmatik europäischer Parteien und Gruppen, die sich von sowjetischer Führung absetzten, einen eigenständigen Kommunismus auf parlamentarischem Weg und Mischformen zwischen Privat- und Staatseigentum an Produktionsmitteln anstreben.

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  7. Gute Idee - Der Kommunismus !

    Der Kommunismus ist eine Ideologie und bezeichnet das politische Ziel einer klassenlosen Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben ist und das erwirtschaftete Sozialprodukt gesellschaftlich angeeignet wird, das heißt allen Menschen gleichermaßen zugänglich ist.

    Das ist das BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN !

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  8. Marx hat Recht:

    Als Voraussetzung für eine klassenlose Gesellschaft wird im Marxismus die Abschaffung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und des Privateigentums an Produktionsmitteln angesehen. Dies wiederum setzt einen hohen Entwicklungsstand der Produktivkräfte voraus, der aber grundsätzlich innerhalb des Kapitalismus erreicht wird, da die Konkurrenz die Kapitalisten zwingt, die Arbeitsproduktivität immer weiter zu steigern. Dies wird von Marx auch als die „historische Mission“ des Kapitals bezeichnet, frühere „Produktionsweisen“ waren durch geringeren technischen Fortschritt gekennzeichnet.

    Ich denke, die Zeit des Grundeinkommens wird kommen. Nur Geduld und alles Gute für 2010 !

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